Taras 2. Beitrag, ihr Brief an euch...

Hallo meine Lieben,

das ist meine Geschichte, ab dem Zeitpunkt, als meine Reise nach Deutschland begann.
Dass ich in der Türkei mit meinen Welpen gefunden wurde, wisst ihr ja schon. Aber wie meine Reise nach Deutschland verlief und was ich hier erlebe, das möchte ich euch heute erzählen …

Okay, ich habe den Beitrag von meiner Sekretärin schreiben lassen. Ich kann nicht sooo gut schreiben und Hündisch versteht ihr ja nicht so gut. Oder könnt ihr immer alles lesen, wenn ihr an Kack-Häufchen schnüffelt? 😜

Ich wurde also mit einem meiner Welpen (okay, Nellie war schon groß und nicht mehr wirklich ein Welpe) auf die Reise nach Deutschland geschickt. Ich hab das nicht wirklich verstanden, denn ich mochte die Frau, die sich in der Türkei um uns gekümmert hat, sehr. Wo sie war, war auch ich. Sie war nett und hatte ein gutes Herz. ❤️ Und die anderen Hunde waren auch alle okay. Aber na ja, es kamen ja immer neue Hunde an, die auch Hilfe brauchten. So wie ich damals…
Ich wurde also auf die Reise geschickt und kam nach Deutschland. Dort angekommen, wurde ich von einem Ehepaar abgeholt. Ich war so durcheinander… alles hat anders gerochen, Nellie war weg, ich kannte mich nicht aus, die fremden Geräusche machten mir Angst, ich vermisste meine Frau und mein Rudel. 😢

Die Erwartungen, die das Ehepaar an mich stellte, konnte ich nicht erfüllen. Ich war einfach zu durcheinander und hatte zu große Angst. Deshalb gaben sie mich gleich am nächsten Morgen wieder weg. 😞
Dann kam ich zu Sandy, ihrem Mann und ihren zwei kleinen „Menschen-Welpen“. Sandy hat immer viele Hunde, die Pflege brauchen und die auf ihre neuen Menschen warten. Dort konnte ich mich erst einmal ausruhen. Alle waren sehr nett, hatten Geduld mit mir und ich konnte mich erst einmal zurechtfinden. Aber war das jetzt alles? Sollte ich für immer hierbleiben? War das mein neues Zuhause? Aber warum? Ich spürte, dass ich nicht für immer bleiben sollte…

Und eines Tages, es hat auch gar nicht lange gedauert, nur ein paar Tage, da hab ich sie zum ersten Mal gesehen, mein neues Menschen-Rudel! Sie kamen mit einem kleinen silbernen Auto an. Ich schaute interessiert aus dem Fenster, wer da wohl kommt? Sie stiegen aus und sahen mich durch das Fenster an, und da wusste ich, diese Menschen würde ich adoptieren! Diese Menschen waren sehr traurig, das konnte ich ganz deutlich riechen und auch spüren. Sie hatten vor kurzem ihren Hund verloren. 😭❤️‍🩹 Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn ein Hund für immer gehen muss und seine Menschen alleine zurücklassen muss. Wer sollte nun auf sie aufpassen? Würden sie überhaupt alleine zurechtkommen, ganz ohne Reißzähne und Krallen? Wer sollte sie beschützen und verteidigen? Und schnell rennen können sie ja auch nicht mit ihren zwei kurzen Beinchen?
Und da wusste ich – das wird meine neue Aufgabe sein! Ich spürte es von der Nase bis zur Schwanzspitze, diese Menschen würde ich adoptieren!
Meine Rudel-Chefin sagt immer, auch sie hat in diesem Moment gewusst, dass ich ihr neuer Hund werde. 🥰
Also fasste ich mir ein Herz und beschnupperte sie, als sie zur Tür reinkamen. Ganz vorsichtig, Schritt für Schritt, kam ich dem Mann immer näher. Er hatte extra lecker riechende Sachen für mich mitgebracht. Er war nett. 😁 Danach bin ich auch zu der Frau und ihren Menschen-Welpen gegangen, ganz vorsichtig.
Nachdem ich sicher war, dass ich alle Leckereien gefunden und verputzt hatte, habe ich sie eingeladen, mit mir eine Gassi-Runde zu gehen. Schließlich musste ich ja herausfinden, ob sie auch ordentlich an der Leine gehen konnten. Sie waren ziemlich langsam und ich musste sie ziehen und ständig auf sie warten. Das würde ich ihnen schon noch beibringen, dass sie ein bisschen schneller laufen müssen. 😉
Ja, und dann war es so weit, Sandy sagte, wenn ich möchte, kann ich gleich mit meinem neuen Rudel mitgehen, und das tat ich dann auch. Ich war sehr aufgeregt, denn es war wieder eine Fahrt ins Ungewisse. Aber ich war guter Dinge, denn ich hatte ja jetzt eine Aufgabe. 😊

Auch bei meinem neuen Rudel fand ich vieles beängstigend, aber alle waren geduldig mit mir. Sie erklärten mir, dass Rollläden zwar komische Geräusche machen, aber nicht gefährlich sind. Das wusste ich zum Beispiel nicht. Auch Treppen fand ich am Anfang sehr komisch, aber wenn man sich mal daran gewöhnt hat, sind sie gar nicht mehr schlimm.
Manchmal fand ich die Dinge so beeindruckend, dass ich völlig überwältigt war. Dann konnte ich keinen Schritt mehr gehen und habe nur noch geschaut. Meistens hat sich dann meine Chefin einfach neben mich gesetzt und wir haben gemeinsam geschaut, was es so alles zu verarbeiten gab, und das war eine Menge! Schritt für Schritt hab ich mich an all das Neue gewöhnt, auch wenn ich meine Frau in der Türkei noch sehr vermisste.
Nur an glatte Böden hab ich mich nie richtig gewöhnt. Mein Rudel ist da aber ganz verständnisvoll und hat einfach ein paar kleine Teppiche ausgelegt. Dann hab ich immer kleine Rettungsinseln und den Rest schaff ich schon. 😉

Die Menschen hier redeten auch so komisch… ich hab nicht immer alles verstanden, was sie sagten. Zum Glück war mein Großvater ein deutscher Schäferhund und so bin ich zumindest teilweise bilingual aufgewachsen. So konnte ich schnell das meiste verstehen.

Was ich nicht verstand, war, dass ich Nellies Spur nirgends wittern konnte. Ich hab es immer wieder versucht, ohne Erfolg. Wo war sie nur? Was haben sie mit ihr gemacht? Viele, viele Tage später hab ich sie dann gefunden. Sie war plötzlich da! Mit ihren neuen Menschen! Sie hat also auch ihr Menschen-Rudel gefunden, auf die sie aufpassen konnte. Das hat mich sehr beruhigt.

Was ich immer finde, ist unser Auto. Ich halte einfach die Nase in den Wind und dann laufe ich zu unserem Auto. Ich finde es immer! 😁 Ich schnuppere nicht an grünen, roten oder blauen Autos. Die riechen nicht so gut. Nur an silbernen und weißen. Denn nur silberne und weiße riechen vertraut. Und ich liebe Autofahren! 😍

Manchmal gehe ich mit meiner Chefin auch jagen. Sie geht in so ein großes Haus, sie nennt das Geschäft. Ich warte draußen und steh Schmiere. Ich würde ja mit rein gehen und mit jagen, aber die Chefin sagt, das geht nicht. Jedenfalls müssen die Sachen, die sie jagt, sehr langsam sein. Sonst könnte sie sie ja nicht erwischen. Oder sie ist eine gute Lauerjägerin und greift die Sachen aus dem Hinterhalt an. Oder aber sie klaut sie…? 🤔🤷‍♀️ Also jedenfalls klappt es immer und wenn sie wieder rauskommt, wird die Beute geteilt. Die Hähnchenstreifen für mich und die Semmel für sie.

Eine ganz andere Sache, die ich niemals verstehen werde: Warum fällt in diesem fremden Land ständig Wasser vom Himmel???😒🤔 Mein Fell wird dann ganz nass und die Regentropfen kitzeln in meinen Ohren! Das sind die Momente, in denen ich meine warme sonnige Türkei vermisse. Aber meine Chefin hat so eine Art „Ersatz-Zunge“. Sie nennt es glaub Handtuch. Damit rubbelt sie mich ganz trocken. Kann ich ja verstehen, mit ihrer kleinen Zunge würde sie ewig brauchen. 😅

Aber das weiße Zeug, das im Winter vom Himmel fällt, das finde ich super! Das ist so schön weich und kalt. Darin kann man sich super wälzen und dann ist mein Fell ganz seidig und glänzend.
Die Menschen-Welpen finden das Zeug auch super! Sie fahren Schlitten und ich fang sie dann ein. Einfach super! 👍
Und wenn wir dann am Abend müde sind, kuschelt das ganze Rudel auf der Couch. Ich liege in der Mitte und alle Hände kraulen mich. Das ist soooo schön! 😍😍😍

Alles in allem habe ich es mit meinem neuen Rudel gut erwischt und ich bin ganz zufrieden mit ihnen. Wir machen schöne Sachen zusammen und gehen ganz viel Gassi. Meistens kann ich ihnen auch ein paar Leckereien aus der Tasche leiern und sie hören ganz gut auf mich. Ich glaube, ich hab sie ganz gut in der Pfote. 😉👍

Eigentlich hat es sich schon gelohnt, nach Deutschland zu kommen. 😅🥰

Liebe Grüße an euch alle! 🙋‍♀️🥰

Eure Tara 🐕🐶🐾🐾🐾

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